Arbeiten in Südostasien Leben & Arbeiten

Arbeiten in Südostasien

Viele junge Menschen wollen etwas von der Welt sehen. Die Zeiten, in denen Reisen in ferne Länder einigen Abenteurern oder reichen Lebenskünstlern vorbehalten waren, sind indes vorbei. Viele junge Menschen wollen nicht bis zum ersten Arbeitsurlaub oder gar zur Rente warten, um etwas anderes zu sehen. Sie wollen aber auch nicht nur einfach für längere Zeit irgendwo Spaß haben und Party machen. Die Generation X weiß ganz genau, was sie will: Arbeiten und Spaß haben!
 

Das ist in Südostasien durchaus möglich. Viele Länder in dieser Region gehören zu den beliebtesten Reisezielen. Thailand ist ein Naturparadies, das ganzjährig zum Baden einlädt, während Vietnam und Kambodscha zum Kultururlaub animieren. Abgesehen vom etwas besser entwickelten Thailand sind viele Länder Südostasiens aber noch sehr unterentwickelt. Die Schulen in dieser Region sind keineswegs mit europäischen Standards zu vergleichen. Hier ergibt sich eine interessante Möglichkeit für Jugendliche, diese Länder kennenzulernen. Lokale Schulen suchen immer wieder nach Lehrern. Da viele Bewerber noch sehr jung sind und bei einem Gap Year sicherlich noch kein Universitätsstudium abgeschlossen haben, bleibt allerdings lediglich die Möglichkeit, als Freiwilliger Helfer zu arbeiten. Viele NGOs übernehmen gerne die Kosten, oder helfen lokalen Schulen bei der Werbung um Drittmittel. Die Bezahlung ist sicherlich nicht wirklich gut, aber in vielen Ländern lässt sich damit gut leben. Oft werden auch die Unterkunft und Versicherungen von den Schulen übernommen.
 

Die jungen Helfer werden dabei vor allem als Englischlehrer eingesetzt. Deutsch ist in Südostasien weniger verbreitet und bekannt und nur wenige Schüler lernen Deutsch. Englisch dagegen ist sehr wichtig und viele lokale Englischlehrer waren selber niemals außerhalb ihrer Heimatländer und deren Ausbildung selber war mehr als mangelhaft. Viele junge Deutsche dagegen sprechen durchaus gut Deutsch – Akzente sind durchaus willkommen, denn Englisch ist nun einmal eine Weltsprache! Auch im Tourismus können die Freiwilligen helfen. Arbeit auf dem Land, beziehungsweise als Erntehelfer, ist dagegen keine Alternative.
 

Es versteht sich natürlich von selbst, dass gute Englischkenntnisse vorhanden sein müssen. Ein TEFL, Celta oder TESOL-Zertifikat, das zum Unterrichten von Englisch legitimiert, lässt sich relativ günstig und einfach in Deutschland erwerben. Manche Organisationen akzeptieren aber auch gängige Englischtests wie IELTS oder TOEFL. Spaß am Unterrichten von Kindern, gutes psychologisches Gespür und Geduld sollte ebenfalls vorhanden sein. Es geht weniger um wirkliches Unterrichten, als vielmehr um englischsprachiges „Babysitting“. Was die Kinder benötigen, egal in welchem Land, ist das Hören von Englisch und Sprechen. Grammatikpauken, Vokabeln und tiefergehende Skills sind bei diesem Level weniger gefragt.
 

Die meisten Schulen bieten Programme für 3 bis 6 Monate, aber auch bis zu einem Jahr an. An vielen Wochenenden ist Freizeit mit organisierten Ausflügen angesagt, denn natürlich wollen die Schulen ihren jungen Mitarbeitern auch etwas von ihren Ländern zeigen. Diese Art des Unterrichtens hat sich in vielen Ländern bereits durchgesetzt. In Thailand wird es schon sehr lange praktiziert, in Kambodscha und Vietnam ist es wegen des Mangels an jungen Interessenten oft fest in der Hand von Expats und in Laos so gut wie noch gar nicht existent. In Indonesien kommt es auf die Region an, denn Indonesien besitzt durchaus ein gutes Schulsystem und viele Indonesier können sich auch Auslandsaufenthalte leisten.
 

Neben den sprachlichen Skills müssen Interessenten auch eine gewisse Tropentauglichkeit mitbringen. Das Klima ist feucht-tropisch, selten kühler als 27°C und oft heißer als 38°C. Hitzefrei gibt es hier nicht! Auch bei 42°C im Schatten muss noch Leistung erbracht werden. Und natürlich müssen angehende Lehrer und Lehrerinnen auch offen für die zum Teil sehr von der mitteleuropäischen abweichenden Lebensweise sein. Das fängt bei Kleinigkeiten im Alltag an, bis hin zum Mangel an westlichen Essen und Ausgehmöglichkeiten.
 

Wer allerdings all dies beherrscht und beherzigt, dem dürfte ein wunderschönes Jahr in Südostasien bevorstehen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und respektieren vor allem Lehrer und Lehrerinnen sehr. Man wird oft eingeladen und erhält auch das ganze Jahr über von Schülern und deren Eltern kleine Aufmerksamkeiten. Und natürlich macht auch die Landschaft Südostasiens, sei es an der Küste, oder im Landesinneren, alle Strapazen wett.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/9666/

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