Kosten für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenkasse


Warum ist es für selbstständig tätige Personen in der GKV eigentlich so teuer? Kann man den Kosten entfliehen und sich einfach privat versichern lassen?
 

Selbstständige haben zu Beginn die Wahl
 

Wer sich selbstständig macht, muss nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Man kann auf Wunsch fortan eine private Krankenversicherung wählen. Dies ist jedoch nicht immer sinnvoll, und zwar insbesondere dann nicht, wenn es sich bei der Selbstständigkeit um ein Kleinunternehmen mit besonders geringen Einnahmen handelt. Allerdings kann mit einem günstigen Tarif, welcher über lange Zeit stabil bleibt auch in der privaten Krankenkasse oft sehr viel Geld gespart werden. Es gibt also keine eindeutige Antwort und hängt immer vom spezifischen Einzelfall ab. Ein späterer Wechsel ist jedoch oft sehr schwierig. Man sollte zu Beginn sehr genau überlegen, welche Option wirklich brauchbar ist.
 

1061,67 € Mindesteinkommen im Monat
 

Sie befinden sich mit Ihrem Unternehmen noch völlig am Anfang und erzielen kaum Einnahmen? Dies ist unter Umständen sehr ärgerlich. Aber warum? Die gesetzliche Krankenkasse kann Sie problemlos als sogenanntes freiwilliges Mitglied führen. Allerdings zahlen Sie den Mindestbeitrag für Krankenversicherung, Pflegeversicherung plus Zusatzbeitrag und eventuell noch einen Zuschlag für Kinderlose auch dann, wenn Sie weit unter dieser Bemessungsgrenze liegen. Aktuell liegt der Gesamtbeitrag bei rund 191 € monatlich. Sie nehmen nur 500, 600 oder vielleicht 700 € im Monat ein? Auf Dauer wird Sie dies vor große Probleme stellen.
 

Viel Luft nach oben
 

Sie glauben mit den rund 191 € ist es getan? Weit gefehlt! Diesen Beitrag zahlen Sie nur, wenn Sie Ihrer Krankenkasse nachweisen können, dass Sie voraussichtlich nicht mehr als 1061,67 € im Monat einnehmen. Bis auf etwa 840 – 870 € kann der Gesamtbeitrag im Monat steigen. Rund 870 € werden fällig, wenn Sie einen Anspruch auf Krankengeld vereinbaren. Noch teurer wird es dann aber nicht, denn es gibt auch nach oben eine Beitragsbemessungsgrenze, welche jedes Jahr neu festgelegt wird.
 

Warum sind die Beiträge so hoch?
 

Dies liegt an der doppelten Belastung. Arbeitnehmer zahlen einen festen Prozentsatz für die Kranken- und Pflegeversicherung, welcher vom Bruttolohn abgezogen wird. Allerdings übernimmt der Arbeitgeber 50 Prozent dieser Kosten. Dies ist bei Selbstständigen leider nicht der Fall. Man muss also beide Anteile zahlen und eben genau dies macht die gesetzliche Krankenkasse in diesem Fall so teuer.
 

Ist die private Krankenversicherung günstiger?
 

Dies ist oft nur im Basistarif der Fall. Auch hier hängt aber viel vom Eintrittsalter des Versicherten ab. Wer mit über 50 in die private Krankenversicherung wechselt, dürfte kaum noch einen günstigen Tarif finden. Die private Krankenkasse lohnt sich tendenziell bei sehr hohem Einkommen und keinen relevanten Vorerkrankungen. Hier ist man dann oft günstiger versichert als in der GKV.
 

Fazit
 

Die gesetzliche Krankenkasse ist für Selbstständige oft eine schlechte Option, da die Beiträge in keinem guten Verhältnis zu den Leistungen stehen. Allerdings lohnt sich die Entscheidung für die gesetzliche Versicherung bei besonders niedrigem Einkommen oft auf lange Sicht, denn die Beiträge bleiben hier relativ konstant. In der privaten Krankenkasse können die Beiträge jedoch auch ohne Berücksichtigung des Einkommens erhöht werden.
 

Autor: Tim Putbrese, 22.09.2020

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